Im Interview: Friederike über ihren Weg nach Australien

Du bist ja jetzt schon seit Anfang 2009 in Australien, also schon über 6 Jahre. Wie hat es dich denn nach Down Under verschlagen?

Friederike: Ich habe damals in Deutschland BWL studiert und im Anschluss im Bereich Human Resources gearbeitet und ein bisschen im Sales gearbeitet. Das war ganz ok aber eigentlich nicht das, was ich mir für mich vorgestellt hatte.

Mein Traum war, mein eigenes Business zu gründen, da ich die Selbständigkeit eigentlich schon immer einem normalen Angestelltenverhältnis vorgezogen habe. Ich hatte die Idee eine Eisdiele mit ganz verrückten Sorten in Deutschland aufzumachen. Dafür hatte ich mit meinem Studium natürlich einerseits schon alle Grundlagen für die Firmenführung, nur an der praktischen Erfahrung fehlte es noch. Ich wollte kein Business gründen von dem ich nicht alle Aspekte kenne und habe mir deshalb überlegt, ob ich irgendwo in dem Bereich mal für einige Zeit jobben kann.

Ich wusste, dass es in Australien ein sehr ähnliches Firmenmodell gibt und habe mich entschlossen, meine fehlende praktische Erfahrung dort vor Ort zu sammeln. Natürlich wollte ich das Ganze auch mit einem kleinen Urlaub verbinden um etwas vom Land zu sehen. So kam es, dass ich kurze Zeit später mit dem Working Holiday Visum nach Down Under gereist bin.

Ich habe mir dann auch erst mal ein paar Wochen Zeit genommen um Queensland zu erkunden bis ich tatsächlich Arbeit in einer Eisdiele in Airlie Beach bei den Whitsundays gefunden habe. Endlich konnte ich mal so richtig in meine geplante Business Idee reinschnuppern.

Wie es meistens so ist im Leben kam am Ende doch alles ganz anders. Zu dem Zeitpunkt hatte ich ja auch überhaupt nicht vor, längerfristig in Australien zu bleiben oder sogar dorthin auszuwandern.

Wieso bist du denn dann im Endeffekt trotzdem in Australien hängen geblieben?

Friederike: Kurz gesagt habe ich einen Australier kennengelernt, den ich ziemlich toll fand. (lacht) Inzwischen sind wir verheiratet und leben mit unseren Kids in Brisbane. Man weiss wirklich nie, wie das Leben so spielt. Wenn du mich vor 10 Jahren gefragt hättest, ob ich jemals wegen einem Mann irgendwo hinziehen würde, hätte ich gesagt “Nein, der müsste dann schon zu mir ziehen.” Irgendwie hat er es dann aber doch geschafft mich davon zu überzeugen, genau das Gegenteil zu tun. Durch meinen australischen Partner hatte ich dann auch visumtechnisch die Option in Australien leben und arbeiten zu können.

Du wohnst ja jetzt schon lange Zeit in Australien. Was gefällt dir persönlich besonders gut in Down Under?

Friederike: Ich weiss das hört sich jetzt etwas bescheuert an, aber ich finde in Australien die öffentlichen Parks total toll. Es gibt immer schöne Spielplätze und BBQs. Öffentliche Toiletten sind hier ein absoluter Traum im Gegensatz zu Deutschland. Meistens gibt es Klopapier, Seife und Handtücher. Du hast überall super BBQ und Picknickplätze, die auch noch öfter Mal vom Council gereinigt werden. Wir haben jetzt zum Beispiel gerade die Strasse runter einen Park, in dem wir uns oft mit Freunden treffen. Das ist total nett, du packst einfach deine Sachen zusammen und los geht’s.

Gibt es irgendwas, das du sehr vermisst aus Deutschland?

Friederike: Ja, Familie und Freunde natürlich am meisten, dicht gefolgt von deutschem Essen. Jedes Mal wenn ich nach Deutschland fliege, sind meine Hosen definitiv ein bisschen enger wenn ich wieder zurück komme. Ich freue mich dann einfach so sehr einige Sachen essen zu können, die es hier nicht gibt. Gut, in Brisbane ist es etwas einfacher an bestimmte typisch deutsche Nahrungsmittel zu kommen, aber ich habe früher einmal im Norden von Queensland gewohnt und da kommst du nicht so einfach an deutsches Brot, deutsche Bratwürste oder so etwas in der Richtung. Hier in Brisbane gibt es inzwischen ja auch einen Aldi was es etwas einfacher macht.

In den letzten Jahren habe ich auch versucht ein bisschen mehr aus der deutschen Küche zu kochen. Das heisst jetzt nicht, dass ich ein besonders guter Koch bin. (lacht) Meine Oma kommt aus Bayreuth und da gibt es immer Knödel oder wie wir sie nennen, Klöße. Sie hat mir deshalb ein paar Rezepte für tolle Kartoffel- und Semmelknödel geschickt und ich versuche die hin und wieder zu kochen damit ich wenigstens ein bisschen was deutsches hier habe.

Noch eine Sache, die mir hier sehr fehlt, sind Jahreszeiten. Ich bin sehr wintersportbegeistert und fahre unglaublich gerne Snowboard und Ski. Das vermisse ich hier schon. Viel Sonne ist auf der anderen Seite natürlich auch ganz schön, aber ich hätte auch nichts dagegen, vier Jahreszeiten zu haben.

Dazu liegt Weihnachten hier in Australien ja quasi Mitten im Sommer und fühlt sich dementsprechend wenig weihnachtlich an. Zu der Zeit wäre ich oft lieber in Deutschland, wo es kalt draussen ist und Schnee liegt und wo man auf die Weihnachtsmärkte gehen und Glühwein trinken kann.

Was ist aus der Idee mit der Eisdiele geworden?

Friederike: Meinen Traum selbständig zu sein habe ich nun ja erst mal mit meinem Immigration Agent Business verwirklicht. Aber wer weiss… vielleicht setze ich die Idee mit der Eisdiele irgendwann doch nochmal um.

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Wie ist Friederike Immigration Agent geworden? →

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