Kind in Australien bekommen – Schwangerschaft mit privater oder staatlicher Krankenversicherung?

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Erfolgreich nach Australien ausgewandert und nun spielt ihr mit dem Gedanken eine Familie in Australien zu gründen? Dann gibt es einiges zu wissen in Sachen Krankenversicherung. Ist es besser wenn man die staatliche Krankenversicherung (nennt sich in Australien Medicare) oder eine private Krankenversicherung hat? Wann und was macht das für einen Unterschied? Was bekommt man in der privaten Variante, das man im öffentlichen Krankenversicherungssystem nicht hat? Wir haben eine kleine Umfrage unter Schwangeren gestartet und diese Infos kamen dabei heraus.

Kind in Australien bekommen – Wann hat man überhaupt Anrecht auf Medicare in Australien?

Anrecht auf Medicare haben generell natürlich alle australischen Staatsbürger, sowie Leute mit einer Permanent Residency, also einer permanenten Aufenthaltserlaubnis. Alle Anderen normalerweise nicht, aber auch hier gibt es nochmal Ausnahmen.

Beispiel 457 Visum (heißt jetzt TSS Visum): Als ich auf einem 457 Visum war, hatte ich, als deutscher Staatsbürger, kein Anrecht auf Medicare und musste mich um eine private Krankenversicherung kümmern. Anders sah es bei einem Freund von mir aus, der auf dem gleichen Visum war, aber englischer Staatsbürger war. Die UK hat zusammen mit einigen anderen Ländern ein spezielles Abkommen mit Australien, das es ihnen ermöglicht in Australien Medicare beantragen zu können.

Mehr zum Thema Medicare und ob ihr euch dafür qualifiziert diese öffentliche Krankenversicherung zu beantragen, findet ihr auf der Webseite des Department of Human Services.

Welche Leistungsunterschiede gibt es zwischen Medicare und einer privaten Krankenversicherung?

Was bekommt man in der Schwangerschaft von Medicare gezahlt?

  • Es wird ein Anteil am 20 Wochen Ultraschall gezahlt
  • Die meisten sonstigen Kosten werden automatisch übernommen
  • Alle Untersuchungen vom GP (General Practitioner, also Allgemeinarzt), z.B. Bluttests für die ersten 28 bzw. 32 Wochen

Zusätzliche Option in Western Australia: Das Community Midwifery Program

  • Dort bekommt man eine persönliche Hebamme
  • Den Antrag stellen kann man online.
  • Voraussetzung, um für dieses Program zugelassen zu werden, ist Medicare zu haben.
  • Manchmal haben die Programme Schwangerschaftsvorbereitungskurse. Dies kann nützlich sein um das System zu verstehen und sich mit den englischen Begriffen für alles vertraut zu machen

Info: Wenn man schon mal einen Kaiserschnitt hatte, wird man normalerweise nicht fürs Community Midwife program zugelassen

Kleinkindvorsorge

  • Child Health Nurses (CHN), die machen Entwicklungs-Untersuchung nach 10 Tagen, 6 Wochen, 3 Monaten, 8 Monaten, 18 Monaten und 3 Jahren.
  • Der GP macht alle Impfungen und andere Untersuchungen
  • Den sogenannten ‚Kinderarzt‘ gibt es in Australien auch. Allerdings werden dort meistens nur Spezialfälle hinvermittelt.

Zur Entbindung in Australien lieber ins private oder ins öffentliche (public) Krankenhaus?

Das Kind im öffentlichen Krankenhaus bekommen

Positive Punkte:

  • Ist generell guter Standard und kostet nichts, wenn man Medicare hat. 
  • Wenn man kein Medicare hat, kann man sich trotzdem einfach vom GP ins Krankenhaus überweisen lassen. Dort muss man ohne Medicare allerdings alles selber zahlen.
  • Aufpassen muss man bei deren Besuchszeiten. Hier kann es vorkommen, dass euer Partner z.B. nur in den angegebenen Besuchszeiten, z.B. von 10-13 und 15-18 Uhr, bei euch sein darf.
  • Viele Krankenhäuser haben ein birthcentre, was immer empfehlenswert ist. Es ist aber relativ schwer dort hineinzukommen, weil es meist sehr beliebt ist und quasi jeder dorthin will. Dort hat man dann aber die ganze Schwangerschaft hindurch immer zwei „persönliche“ Hebammen, die auch bis zur Geburt nicht wechseln.
  • Man hat die Auswahl zwischen:
    1) Shared Care mit einem GP (General Practitioner). Fragt einfach euren GP ob er/sie „shared care“ macht. Das heißt, dass man dann hauptsächlich vom GP während der Schwangerschaft beaufsichtigt wird. Einige T
    ermine sind im Krankenhaus mit Midwives und Ärzten. Ist eine gute Option für low risk pregnancies.
    2) Midwive Clinic im Krankenhaus: Im Krankenhaus anfragen oder Überweisung vom GP holen. Alle Voruntersuchungstermine während der Schwangerschaft finden dann im Krankenhaus statt. 
    3) Ärzte im Krankenhaus: Gut für high risk pregnancies. Man braucht dafür eine Überweisung vom GP.

Auf der Webseite des Royal Brisbane and Women’s Hospital sind alle Betreuungsmodelle für die Voruntersuchungen während der Schwangerschaft nochmal übersichtlich und gut erklärt.

Negative Punkte:

  • bietet keinen Anspruch auf weiterführende Midwife Betreuung nach der Geburt

Das Kind im privaten Krankenhaus bekommen (kann man freiwillig machen oder für alle anderen, die nicht Medicare versichert sind)

Positive Punkte:

  • Bei den meisten privaten Krankenhäusern darf der Partner so lange bei euch sein, wie er will. Auch über Nacht.
  • Im Ernstfall kann es viel Geld sparen und viel schnellere und bessere Behandlung garantieren.

Negative Punkte:

  • Die Kosten müssen je nach Krankenversicherung selber übernommen werden oder es muss meist eine Zuzahlung oder ein Eigenanteil geleistet werden. Diese Zuzahlung sind schnell ein paar tausend Dollar.

Kosten während der Schwangerschaft in Australien – was muss man selber zahlen?

In privaten Krankenhäusern kostet die Zuzahlung, die man leisten muss meist ca. 3.000 – 5.000 australische Dollar. Dafür bekommt man aber auch eine rundum Versorgung.

Hebammen betreute Hausgeburt ohne private Versicherung: Inklusive Nachbetreuung durch die Hebamme kostet das in Australien meist ca. $3.000. 

Welche Krankenhäuser sind für die Entbindung in Australien empfehlenswert?

Das Royal Brisbane
„Das ist besser als die meisten anderen Krankenhäuser in Brisbane und das Einzige, das ich kenne, dass ein Geburtszentrum mit Hebammenpflege hat. Also eine absolute Ausnahme, nicht die Regel.“

GP und Royal Hospital for Woman in Randwick
„Ich bin im Moment im shared care program, was ich soweit nur empfehlen kann. Ich habe mich im Krankenhaus für die „Group practice“ entschieden, was heißt, dass man mit anderen schwangeren Frauen, die ungefähr zur gleichen Zeit gebähren, zusammen die Termine hat. Das ist super weil man Freundschaften knüpfen kann und viele Fragen beantwortet bekommt die man selbst gar nie gestellt hätte.“


Nächster Artikel in der Schwangerschaft-in-Australien-Serie: Wann bekommen Kinder die australische Staatsbürgerschaft? →


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About Author

Chrissy

Ich komme ursprünglich aus München und arbeite, wenn ich nicht gerade an dem RausnachAUS Blog schreibe, als Web Designer. Eine meiner grössten Leidenschaften ist das Reisen und ich lebe seit mittlerweile 4 Jahren in der europäisch(st)en Metropole Australiens, Melbourne.

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